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Der Unterstufenchor unter der Leitung von Ulrike Straub eröffnete traditionellerweise den Dienstagabend mit engagiert vorgetragenen, sauber intonierten Adventsliedern, die von  Wolfgang Herrneder gekonnt am Klavier begleitet wurden. Ob Liebeslied, Friedenslied oder Adventslied- mit Feuereifer waren die jüngsten Sänger dabei und trugen ihre Lieder auswendig vor. Liebevoll und gekonnt geleitet wurden sie von Ulrike Straub, die sich jedes Jahr kleine Gags überlegt-heuer waren es Nikolausmützen und eine glimmende Kerze für jedes Kind, die den abgedunkelten Zuschauersaal stimmungsvoll erleuchteten. Susanne Merkl, Simon Kemeter und Elizaveta Kulka aus Klasse 5-7 zeigten an Geige und Harfe, dass auch sie schon Auftrittserfahrung vor dem äußerst zahlreich erschienenen Publikum sammeln wollen und dies meist schon sehr souverän umsetzen. Hervorragend auch die Solobeiträge der älteren Schüler: Franz Schottenheim bestach nicht nur mit seiner Einsicht in den Charakter und die Struktur des Concertos in a-Moll von Jean Batiste Accolay sondern auch mit seiner sauberen Intonation und Klangschönheit.

Susanne Hiltl an der Flöte interpretierte mit beeindruckender Souveränität und musikalischer Tiefe Otar Taktakishvilis Allegro cantabile, begleitet von Doris Schwager im anspruchsvollen Klavierpart. Herausragend die Umsetzung der pfiffigen, witzigen Passagen im Dialog mit dem Klavier, gefolgt von schnellen und äußerst virtuosen Sechzehntelläufen in z. T. äußerst exponierten Lagen: die Interpretation dieses anspruchsvollen Werkes gelang der jungen Musikerin in bestechender Weise. Aber auch die beiden Pianistinnen des Abends verdienen Erwähnung: Christina Bader spielte mit einfühlsamer Sensibilität und einem feinen Ohr für musikalische Linien Chopins Valse op. 64 No 2; Caprice Krämer wagte sich an Leonard Cohens Halleluja in einem recht opulenten Arrangement von Kyle Landry. Ruhig begonnen erweiterte sich das Hallelujah zu weitgreifenden, kraftvollen Akkordpassagen, die der jungen Musikerin Zielgenauigkeit und Mut abverlangten, die sie sicher meisterte.

Ein Novum-das Vogelhorntrio: vom Klang her wohl mit einem Alphorn zu vergleichen, ließen die von Robert Vogel gebauten Holzblasinstrumente in ungewohnten Formen das Publikum aufhören und zogen es mit den Stücken „Am Dorfrand“ und „Bim Wägchrüz“ in ihren Bann.

Bewährte Ensembles, wie das Sax Reger Ensemble (Leitung: Elke Beer), das mit Billy Joels „Just the way you are“  und „Jingle Bells“ in einem fröhlich swingenden Arrangement von James Lord Pierpoint glänzte, wechselten sich mit neu zusammengestellten Ensembles, wie dem „Nachwuchs“-Blechbläserensemble ab. Dies zeigte mit Jean Joseph Mourets Rondeau und „We wish you a merry christmas“ schon eine beeindruckende Intonationssicherheit, Tonkultur und musikalische Präsenz. Wunderschön Paganinis Serenata Nr. 2 für zwei Violinen und Gitarre, dargeboten von Theresa, Konstanze und Andreas Frauendorfer, das durch ihr bewegliches, partnerschaftlich feinfühlig abgestimmtes und von sicherer Intonation geprägtes Spiel bestach.

Die Schulstreicher verzauberten mit einem „Dream of Christmas“ von Albert William Kettelby, bevor sich unter der Leitung von Ulrike Straub die beiden jungen Ensembles Unterstufenchor und Schulstreicher zu dem abschließenden „Last Christmas“ von George Michael in einem Arrangement der Dirigentin vereinten, das den ersten Konzertabend mit der sichtbaren Freude der Aufführenden und dem verdienten Beifall des Publikums beschloss.

DSC08021Mit den weihnachtlichen Fanfarenklängen der Trompeten begann der Mittwochabend im Kongregationssaal mit der Ouverture aus der Wassermusik Händels. Nachdem Direktor Wolters die Besucher und viele Ehrengäste begrüßt hatte, begann Lukas Schöpf an der Königin der Instrumente, der Orgel, das Programm. Überlegt, mit klarer Artikulation und sauberem Spiel interpretierte er Mendelssohns Andante alla marcia. 

Das Orchester wartete gleich mit drei verschiedenen Werken auf. Zuerst erklang Schuberts Ouverture im italienischen Stil, diffizil v.a. durch die vielstimmigen Bläserakkorde, die es sauber zu intonieren galt, sowie durch etliche Tempo- und Charakterwechsel. Doch dies wurde geschickt unter dem schwungvollen Dirigat von Wolfgang Herrneder gelöst. Mit Vivaldis Allegro aus dem Concerto g-Moll für zwei Violoncelli stand ein anspruchsvolles Werk der Barockzeit auf dem Programm. Virtuos die beiden Solistinnen, Theresa Urban am Violoncello und Doris Schwager am Baritonsaxophon, die den zweiten Cellopart übernahm. Überraschend, wie gut sich die beiden Instrumente vom Ton her mischten, hervorragend, wie sensibel die beiden Solistinnen aufeinander reagierten und miteinander agierten. Ihre Parts forderten sowohl bei den melodischen Linien wie auch bei den perlenden Läufen eine ausgefeilte Spieltechnik, die die Solistinnen beeindruckend in Partnerschaft mit dem Orchester meisterten, das mit agilem intonationssicherem Spiel den würdigen Gegenpart stellte.

DSC08025Ronja Rosemann und Laura Peter waren die Solistinnen bei Bachs Vivace aus dem Konzert d-Moll für zwei Violinen. Sie zeigten ihre große technische Sicherheit, gepaart mit einem sicheren Gefühl für musikalische Linien und das bei wahrlich schnellem Tempo! Auch hier das Orchester ein beweglicher Partner, selbst in rasanten Passagen.

Was tun, wenn ein Musikkurs miteinander musizieren will, aber das durch die vielen verschiedensten Instrumente schlecht möglich ist? Sophie Rüth nahm das in die Hand und arrangierte, probte und dirigierte selbst...das Additumsensemble der Q12 zauberte lyrische Klänge in den Saal und überzeugte durch geschmeidiges Spiel mit klarer Melodielinienführung und hoher Intonationssicherheit. Auch ein Werk des Trompetenquartetts unter der Leitung von Thomas Prechtl stammt aus ihrer Feder: Eric Esenwalds „Only in sleep“-im Sommerkonzert vom Chor gesungen- hat sie so fasziniert, dass sie es für die Blechbläser umarrangierte. Die Trompeter zeigten v.a. in den „Lyrical Liaisons“ von Mike Walton eine bemerkenswerte Bandbreite vom samtweichen bis zum lauten brillianten Ton sowie eine große Homogenität.

DSC08027Zwei Sätze aus Corellis Concerto grosso g-Moll waren vom MRG Streichquartett zu hören, das durch technische Reife, sicheres aufeinander abgestimmtes Spiel und dynamische Bandbreite überzeugte. Schwungvoll und mit vielen Tempowechseln brachten die Landler von Herbert Pixner, gespielt von Annalena Lex an der Steirischen Harmonika, sensibel begleitet von Gitarre und Kontrabass ganz andere Farbe ins Spiel. Auch das sauber intonierende und eingespielte Tangotrio unter der Leitung von Ulrike Straub zeigte mit Canaros Corazon de Oro dass einem ein ruhiger Walzer unter die Haut gehen kann.

Das Saxophontrio interpretierte äußerst schwungvoll Bach goes to sea von Paul Taylor. Als Solist an der Gitarre präsentierte Andreas Frauendorfer Albeniz Werk „Asturias“ aus der Suite espagnola, ein melodiöses aber technisch sehr anspruchsvolles Werk mit Flageoletakkorden, das er mit sicherer Grifftechnik zur Geltung brachte.

DSC08037Den Abschluss des Abends bildete der Auftritt des MRG Chores unter der Leitung von Michaela Treese. 70 junge Sängerinnen und Sänger gaben zuerst dem Namensgeber der Schule die Ehre: Max Regers „O Jesulein süß“ überzeugte durch klare Sprache, großer dynamischer Bandbreite und langen Melodiebögen. Ubi caritas von Ola Gjeilo, ein modernes Werk, verlangte Gegensätzliches: Unbedingte Einheit der Frauenstimen beim choralartigen einstimmigen leisen Anfang bis zu breit gefächerten Akkorden beim vielstimmigen lauten Höhepunkt, Vielschichtigkeit in Dynamik, Taktart und Rhythmik. Fokussierte, konzentrierte Aufmerksamkeit bei gleichzeitigem Versinken in ruhigem musikalischem Ausdruck zeugten vom hohen Niveau der Jugendlichen. Das Vokalensemble des Chores, bestehend aus Q11 und Q12 hatte sich zur Aufgabe gemacht einen Song des modernen a-capella-Ensembles Pentatonix einzuüben. „That’s Christmas to Me“  sollte es sein, und die rhythmischen Feinheiten, die perkussiven Elemente und Textausdeutungen setzten sie mit so ansteckender Freude um, dass das Publikum begeistert war.

DSC08045Zusammen mit einigen Streichern setzte der Chor mit Glow von Eric Whitacre den Schlusspunkt des Programms. Er erzählt vom sanft fallenden Schnee, dem warmen Weiß und der schlafenden Welt, die durch das Morgenrot sanft zu glühen beginnt mit so aussagekräftigen athmosphärisch-samtigen Klängen, dass das Ensemble jeden Zuhörer in diese Winterwelt hineinzog. 

Nach den Dankesworten von Direktor Wolters ertönte der ganze Kongregationssaal: Publikum, Chor, Bläser und Orgel beschlossen den Abend mit dem gemeinsamen Lied Macht hoch die Tür.

Musik verbindet, eint, produziert Glückshormone, ist Kommunikation ganz ohne Sprache, ist Balsam für die Seele – für das Publikum waren die Konzerte des Max-Reger-Gymnasiums wohl die beste Einstimmung auf Weihnachten...  Insgesamt machten alle Konzerte und jeder einzelne Beitrag bewusst, wozu Schülerinnen und Schüler fähig sind, wenn Schule Talente fördert und Begeisterung für die Musik zu wecken vermag: Ein Kompliment an alle, die diese Begeisterung weitergegeben haben!

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