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Am Donnerstag, den 26. April 2018 machten sich die 7. Klassen des MRG in Begleitung einiger Lehrkräfte (StDin Heidemarie Kreuß, OStRin Ute Brockmann und StD Herbert Schaller) ins mittelfränkische Weißenburg auf, um dort – gut gelaunt, hoch motiviert und wissbegierig – die Überreste aus der Römerzeit zu besichtigen. Wei2018I

Die Römer hatten am Ende des 1. Jahrhunderts nach Christus am westlichen Stadtrand der heutigen Stadt Weißenburg das Kastell Biriciana errichtet. Das Lager diente der Stationierung von Hilfstruppen und hielt sich bis zu den Einfällen der Alamannen in der Mitte des 3. nachchristlichen Jahrhunderts. Die Anlage befindet sich knapp 6 km südlich des Limes und steht heute als Teil des UNESCO-Welterbes unter Denkmalschutz. Das Nordtor der Militäranlage, die porta decumana, wurde 1990 rekonstruiert.

Zum Kastell gehörte eine relativ große zivile Ansiedlung (vicus), was u. a. an einer nahe gelegenen Thermenanlage zu erkennen ist: Diese Anlage wurde 1977 entdeckt und in den folgenden Jahren ausgegraben und konserviert und ist seitdem der Öffentlichkeit in einem Schutzbau als Thermenmuseum zugänglich. 

Und dann gibt es da noch jenen berühmten Schatz, der 1979 nahe der Thermenanlage gefunden wurde, und zwar beim Anlegen eines Spargelbeetes: Dieser bedeutende Römerschatz umfasst etwa 120 Einzelstücke, darunter 17 großartige Götterfiguren sowie Votivtafeln, sakrale Gefäße, Alltagsutensilien und Paradeausrüstungsteile. Wie viele andere Schatzfunde im Gebiet der römischen Provinz Rätien, deren Hauptort  Augusta Vindelicum (das heutige Augsburg) war, wurde auch der Weißenburger Fund in der Zeit der Alamanneneinfälle vergraben, vermutlich in der Hoffnung, dass man ihn später wieder bergen könnte. Dieser Schatzfund ist ein grandioses Dokument für die römische Kulturgeschichte auf bayerischem Boden.

Nach umfangreichen Umbaumaßnahmen und einer Neukonzeption der Ausstellung wurde das Römermuseum 2017 neu eröffnet. Neben dem Schatzfund erfährt der Besucher in der neuen Ausstellung viel Interessantes über das Leben am Limes: Das betrifft sowohl den Kulturaustausch zwischen Römern und Germanen als auch das alltägliche Leben der Soldaten im Kastell und die Situation der Händler und Familienangehörigen im Lagerdorf. 

Die Schülerinnen und Schüler unserer 7. Klassen erkundeten unter fachkundiger Anleitung bei auffrischendem Wind das mehrere Hektar umfassende Gelände des Kastells. Bei der Besichtigung des imposanten Nordtors konnten sie ihre Lateinkenntnisse unter Beweis stellen, als es darum ging, eine Inschrift zu entziffern und zu übersetzen. In der Thermenanlage gewannen sie eine Vorstellung von der in technischer Hinsicht beachtlichen Badekultur der Römer; außerdem hatten sie noch die Gelegenheit, sich einen Film über die Römer in Weißenburg ansehen. Im Römermuseum konnten sie schließlich die wahrlich beeindruckenden Fundstücke des Schatzes bewundern. Wei2018II

Neben dem kulturellen Programm hatten die Schüler auch noch die Möglichkeit, in Kleingruppen die malerische Innenstadt von Weißenburg zu erkunden. Am Nachmittag traten sie gut gelaunt die Heimreise an – sicherlich in dem Bewusstsein, bei dieser Exkursion in die Welt der alten Römer einiges gelernt, aber auch viel Spaß gehabt zu haben. Die Lehrkräfte jedenfalls werden gern an diesen gelungenen Ausflug zurückdenken. 

 

 

Schaller, StD

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