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Advents-Konzerte des Max-Reger-Gymnasiums

 Eine musikalische Einstimmung auf das Weihnachtsfest konnten am vergangenen Wochenende die Besucher der  beiden Adventskonzerte in der Paulanerkirche in Amberg genießen. Dort wurde an zwei aufeinander folgenden Abenden Johann Sebastian Bachs Weihnachtsoratorium (Teil I-III) aufgeführt.

Dargeboten wurde das Werk von einem ca. 150-köpfigen Laienensemble, das sich aus Schülerinnen und Schülern des Max-Reger-Gymnasiums (unterstützt durch einige Aushilfen aus den Reihen der Lehrkräfte sowie Ehemalige) und dem Konzertchor der Paulanergemeinde zusammensetzte.

 

Es handelte sich hierbei um ein durchaus ehrgeiziges Projekt, das den Mitwirkenden – neben der vorauszusetzenden Musikalität – auch reichlich Disziplin, Konzentration, Ausdauer und Flexibilität abverlangte. Nicht zuletzt auch deshalb, da die Konzerte von zwei unterschiedlichen Dirigentinnen geleitet wurden. So schwang am Samstagabend StDin Maria Anna Feldmeier-Zeidler den Taktstock, die auch für die Einstudierung des Instrumentalparts mit dem Orchester des Max-Reger-Gymnasiums verantwortlich gewesen ist, während am Sonntagabend Dekanatskantorin Kerstin Schatz den Dirigierstab übernahm. Ihr oblag auch die Einstudierung der Chorpassagen mit dem Konzertchor der Paulanergemeinde..

Die Schülerinnen und Schüler des Max-Reger-Gymnasiums hatten zuvor eine intensive Woche mit zum Teil achtstündigen Probentagen in Waldmünchen verbracht, wo sie dem Werk den letzten Schliff geben konnten. Für die Einstudierung des Chores des Max-Reger-Gymnasiums war OStRin Michaela Treese zuständig, die dabei von StR Michael Meier und Manuela Spitzkopf (Stimmbildung) unterstützt wurde. Ulrike Straub, Peter Donhauser und Aleksander Huber griffen OStRin Maria Anna Feldmeier-Zeidler bei den Streicherproben unter die Arme.

Erst am Freitagabend trafen alle Ensembles für die erste gemeinsame Probe aufeinander. Ein durchaus gewagtes Unterfangen, was jedoch perfekt aufging.

Als Solisten für die Soloarien und Rezitative konnten Ramona Friedrich (Sopran), Susanne Oehm-Henninger (Alt), Karl Schineis (Tenor) und Michael Wolfrum (Bass) gewonnen werden, deren Stimmen aufgrund eines einfühlsam musizierenden Orchester nie Mühe hatten den Kirchenraum auszufüllen. Konzermeisterin Franziska Rosemann begleitete souverän und einfühlsam die beiden Alt-Solo-Arien.  

Beachtlich war vor allem, mit welcher Präsenz das Ensemble musizierte. So meisterten die Akteure das blitzschnelle Umschalten zwischen den rasanten Chorparts mit zum Teil sehr anspruchsvollen Koloraturen und den äußerst stimmungsvoll und feinfühlig musizierten Chorälen. Letztere dürften beim einen oder anderen Zuhörer sicherlich für Gänsehautmomente gesorgt haben. Der lupenreine Chorklang muss hier ebenso lobend Erwähnung finden, wie das sauber intonierende, präzise und äußerst wachsam musizierende Orchester. Daher hatten die Akteure auch keinerlei Schwierigkeiten, sich auf die unterschiedlichen Dirigierstile der beiden künstlerischen Leiterinnen einzustellen.

Ohne das herausragende Engagement, den Ehrgeiz und die Disziplin aller Beteiligten wäre ein solches Mammutprojekt mit einem Laienensemble wohl nicht realisierbar gewesen.

Belohnt wurden die Akteure an beiden Abenden mit einer voll besetzten Paulanerkirche, einem begeistert applaudierenden Publikum sowie stehenden Ovationen –  absolut verdient. 

Am Dienstagabend ging der Konzertreigen im Festsaal des MRG weiter. Der Unterstufenchor eröffnete traditionellerweise den Abend mit engagiert vorgetragenen, sauber intonierten Adventsliedern, die von StD Wolfgang Herrneder gekonnt am Klavier begleitet wurden. Bewährte Ensembles, wie das Sax Reger Ensemble (Leitung: Elke Beer), das mit Miniaturen aus Tschaikowskys Nussknacker Suite glänzte und dann eine fröhlich swingende Version von „Lasst und froh und munter sein“ darboten, wechselten sich mit neuen Ensembles, wie dem „Nachwuchs“-Streichquartett ab. Dies zeigte mit den ersten Tönen von Glucks Marsch aus der Oper Alceste schon eine beeindruckende Souveränität und musikalische Tiefe. Hervorragend auch die Solobeiträge: Ferdinand Stich an der Trompete, der in Guillaume Balays Andante und Allegro eine bemerkenswerte Bandbreite vom samtweichen bis zum mit Strahlkraft geschmetterten Ton aufwies oder Konstanze Frauendorfer, die in August Nölcks Ungarischen Tanz Nr 5 mit rasanten Passagen oder abrupten Tempowechseln ihre feurige Seite zeigte – bemerkenswerte Talente, die- obwohl sie noch in der Mittelstufe sind- bereits in der Lage sind, Charakter und Struktur eines Werkes in Gänze zu erfassen und bravourös wiederzugeben.

Absolut herausragend der Beitrag von Daniel Galperin: Feurig-spritzig, aber ohne belanglose Effekthascherei interpretierte er die „Ungarische Rhapsodie op. 68“ von David Popper. Leidenschaftliche Dramatik in ruhigeren Teilen gefolgt von schnellen und äußerst virtuosen Sechzehntelpassagen: die Interpretation dieses hochanspruchsvollen Werkes gelang dem jungen Musiker in bestechender Weise.

Auch Beethovens Gassenhauer-Trio, dargeboten von Jakov und Daniel Galperin, begleitet von Natalia Levitskaja bestach durch technische Reife, Klangschönheit und musikalisches Können, das weit über Schulniveau hinausreicht.

Unter der Leitung von Ulrike Straub vereinten sich die beiden jungen Ensembles Unterstufenchor und Schulstreicher zu dem abschließenden „God rest you merry, Gentlemen“ in einem interessanten Arrangement von Barrie Carson Turner. Schwungvoller breiter Streicherklang, gefolgt von witzig aufbereiteten Pizzicattopassagen für die Streicher ertönten zur klar gesungenen Melodie, die die Kinder mit erfrischendem Esprit präsentierten, der einfach anstecken musste.

Der Mittwochabend bildete den Schluss der Konzertreihe. Auch hier wechselten sich zahlreiche kleinere Ensembles und Solisten ab.

Begonnen hat der Abend mit festlicher Orgelmusik von Bach und Buxtehude, bevor die zauberhaft ruhigen Klänge von G. Caccinis Ave Maria in einem Arrangement für Querflöte, Violinen und Klavier besinnliche Stimmung verbreiteten.

Ein erster kleiner Höhepunkt war der Auftritt des Streichquartetts (Leitung: Maria Anna Feldmeier-Zeidler). Gewohnt akribisch gearbeitet in Intonation, Dynamik und Strich zeigte sich nicht nur eine Summe aus Einzelaspekten, sondern eine Durchdringung des Werkes, die über Schülerniveau hinausgeht und den einzelnen Sätze von Charles Danclas Streichquartett C-Dur mehr als gerecht wurde.

Besonders erwähnenswert auch das Gitarrenduo Eric und Robin Engel, die v.a. in Hindemiths Rondo für zwei Gitarren virtuose Technik mit musikalischer Brillianz und selbstverständlicher perfekter Abstimmung verbanden.

Das Blechbläser-Ensemble (geleitet von StR Thomas Prechtl) brachte vor der Pause festliche Stimmung in das klingende Foyer. Es ließ Händels Feuerwerksmusik in einer Bearbeitung von Hans Zellner mit klarer Intonation, eleganter Tongebung und strahlendem Glanz erstehen.

Ein äußerst schwieriges Werk, das Trio für Klavier, Violine und Horn von Johannes Brahms hatten sich die Oberstufenschüler Franziska Rosemann (Violine), Jonas Seitz (Horn) und Vera Beschorner (Klavier) vorgenommen. Äußerst anspruchsvoll in Technik und analytischem Verständnis haben sich die vielen Proben mehr als gelohnt! Gut abgestimmtes, feinfühliges Musizieren auf höchstem Niveau!

Beschwingt beendete das Querflötenorchester (Leitung: Iwona Simonides) mit dem feinfühlig am Schlagzeug agierenden Niklas Ciriacy mit dem „Sleigh Ride Samba“ von Leroy Anderson arrangiert von Calvin Custer den Abend.

Ein wahrer Konzertreigen, drei unterschiedliche Konzertprogramme, alle auf höchstem Niveau legen ein mehr als eindrucksvolles Zeugnis von der Qualität musischer Bildung am MRG ab. Hohe Einsatzbereitschaft bei Schülern und Lehrern-oft genug liegen Proben außerhalb der Schulstunden-, Flexibilität, Einfühlungsvermögen, Disziplin, Fleiß und hohe Motivation führten zu musikalischen Sternstunden, die bei so manchem Zuhörer für Gänsehautmomente sorgten.

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